California · 20. January 2008, 13:51 by
Nächste Etappe: Westküste der Staaten. In Vancouver hatten wir ein bisschen das Glück auf unserer Seite, denn einen Tag bevor wir abgeflogen sind, wurden alle Flüge nach San Francisco wegen Unwetter gestrichen. Bei uns gabs keine Probleme und San Francisco empfing uns mit angenehmenen 18° und Sonnenschein. Sollte allerdings der einzige schöne Tag bleiben. San Francsico ist mit Sicherheit eine der schönsten Städte die ich bislang gesehen habe. Charakter und Atmosphäre der Stadt passen einfach. Viele schöne alte Gebäude, traumhafte Wohnviertel, steile Straßen, wie man sie aus den Filmen kennt, dazu die Wahrzeichen der Stadt, die man als Tourist auf jeden Fall besuchen sollte. Am ersten Tag haben wir nicht viel gemacht lediglich die Umgebung erkundet und versucht aus den Angeboten der Mietwagenfirmen schlau zu werden. Zweiter Tag mit einem Österreicher und einer Kanadierin mit dem Ösi seinem Mietwagen durch die Stadt gefahren. Height Ashbury – ein ehemaliges Hippieviertek mittlerweile unglaublich schön zum wohnen – besucht und die Golden Gate Bridge überquert. Leider kein allzu schönes Wetter, so dass der Blick von der anderen Seite auf San Francisco nicht wirklich Postkartenqualität hatte. Nächster Tag Alcatraz, definitiv ein interessantes Erlebnis. Anschließend Fisherman’s Wharf – absolutes Touristenzenrum und von den Einheimischen gemieden – danach Little Italy inklusive Einkauf im italienischen Spezialitätengeschäft (lecker) und Chinatown. Vierter Tag Golden Gate Park, Japanese Tea Garden nochmals Golden Gate Bridge und abends nach San Jose zum Eishockeyspiel San Jose Sharks vs. Vancouver Canucks. Da sich die Amis mehr für Football und Baseball interessieren waren die Karten deutlich günstiger als in Kanada wo Eishockey Nationalsport ist.
Am nächsten Morgen dann mit dem Mietwagen raus aus San Francisco die Westküste runter Richtung Santa Barbara. Sobald wir die Stadtgrenzen San Franciscos hinter uns gelassen hatten strahlend blauer Himmel und eine beeindruckende Landschaft. Der Highway # 1 schlängelt sich über mehrere hundert Kilometer einfach nur an der Küste entlang. Meistens nur wenige Meter vom Abgrund und dem Pazifik entfernt. Die Strecke macht dementsprechend viel Spaß zu fahren. Mittagspause in Santa Cruz, kleines Surferörtchen an der Küste. Den Jungs ein bisschen beim Wellenreiten zugeschaut und dann weiter Richtung Santa Barbara. Eine Nacht im Auto übernachtet, wusste gar nicht, dass es so schwierig ist einen schönen Platz zu finden, wo man sein Auto zum schlafen abstellen kann. Morgens dann zum Frühstück auf einen Hügel mit teuren Villen und traumhaften Blick über Santa Barbara. Anschließend dann auf den Weg nach Las Vegas. Die Fahrt nach Las Vegas war noch nicht mal ansatzweise interessant. Irgendwann fährt man einfach nur noch geradeaus durch die Wüste. Mittlerweile weiß ich dann auch einen Tempomat zu schätzen. Abends dann Ankunft in Vegas.
Einfach nur eine perverse Stadt, alles leuchtet, blinkt und flackert. Alles total übertrieben und pompös aber trotzdem interessant anzuschauen. Zumindest für ein zwei Tage. Glaube länger kann man es da nicht aushalten, außer man hat viel zu viel Geld dabei und kann sich die Zeit im Casino vertreiben. Aus Zeitgründen musste leider unser Pokervorhaben abgesagt werden. Dafür hab ich innerhalb von fünf Minuten $ 40 beim BlackJack verloren. Das ging deutlich schneller als erwartet, aber was will man machen, wenn der Dealer sich bei acht Händen viermal “21” zumischt!? Tags darauf gings dann wieder zurück nach Kalifornien Richtung Los Angeles. Unterwegs nochmal im Auto gepennt und dann morgens am Flughafen das Auto zurückgegeben, insgesamt haben wir in 3 Tagen stolze 1100 Meilen zurückgelegt.
Los Angeles ist erstmal einfach nur riesig. Vom Flughafen bis zum Hostel haben wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln über 3 Stunden gebraucht. Und das lag nicht daran, dass der Flughafen oder unser Hostel am Arsch der Welt gelegen wären. Generell wird LA definitiv nicht meine Lieblingsstadt. Auch wenn es hier ein paar nette Ecken gibt, so ist man einfach zu sehr an einen fahrbaren Untersatz gebunden. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel kann man vergessen und Laufen ist auch keine gute Idee. Zum Glück konnten wir uns wieder an jemanden mit einem Mietwagen ranhängen. Einmal die Touristentour durch Hollywood, Beverly Hills, Bel Air auf der Suche nach den Häusern von bekannten Hollywoodgrößen. Man sieht zwar nie wirklich viel, außer den großen Toren und den Überwachungskameras die einen freundlich angrinsen, aber trotzdem Spaß gemacht. Zum Sonnenuntergang dann rechtzeitig am Santa Monica Beach angekommen. Auch wenn LA nicht so spannend war wie erwartet, so hat das Hostel doch wieder einiges wettgemacht. Viele lustige Menschen und ein super Unterhaltungsprogramm. Einen Abend gabs Open Mic Night; normalerweise prügeln sich da ja die Besoffenen darum wer Wonderwall oder Sweet Cild of Mine ins Mikro gröhlen darf, nicht aber in LA. Das halbe Hostel bestand aus Leuten, die in LA ihr Glück als Künstler versuchen wollen. Dementsprechend gabs eine richtig gute Show. Nächster Abend Comedy Night, zehn aufstrebende junge Comedians gaben sich die Ehre und haben das internationale Publikum für umsonst unterhalten, ebenfalls viel zu gut für ein normales Hostel.
Ansonsten haben sich in LA Marcs und meine Wege wie geplant getrennt. Er nach San Diego und ich nach Auckland. Also ab jetzt alleine unterwegs, mal schaun wie das so wird…
Comments:
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man man man das sieht ja mal echt sau geil aus, besonders die Küstenfotos, erinnern mich sehr an NZ
— martin 963 days ago #
Schön das mich die Multiple Regression auch gedanklich an solche Orte führt :)
— Julian 963 days ago #