Martin reporting from Dunedin, NZ.
Schnitzel, Baby! · 12. October 2006, 14:43 by
Sooo, das Semester neigt sich hier langsam dem Ende zu und diese Woche waren auch schon die letzten Vorlesungen. Schon komisch, bald wirds ernst und dann ists auch schon vorbei. Hab drei Klausuren und alle sind im Essay Stil, d.h. dass es fuer drei Stunden nur 2 Fragen pro Klausur gibt,..grmmpf! Das gefeallt mir gar nicht.
Aber will niemanden mit den Pruefungsmodalitaeten langweilen, und deshalb wieder zurueck zu glamouroeseren Themen. Hab jetzt ein Auto!

Ist es nicht wunderschoen?! Leider kommen auf dem Foto die extrem stylischen Beulen und Kratzer nicht zur Geltung. Keine Ahnung wie das geht, normalerweise sind die nicht zu uebersehen. Hab auch in der ersten Woche gleich zweimal falsch geparkt wofuer hier die laepische Summe von 100$ faellig ist. Die spinnen ja! Aber da half auch kein ‘auf ahnungslosen Deutschen machen’ mehr…
Haben an letzten Wochenenden ein paar Trips gemacht, u.a. zum Kepler Track in die Berge. Der Kepler Track ist einer der beruehmten Great Walks in NZ und fuehrt durchs schoene Fjordland, was so ziemlich dem typischen Bild von NZ entspricht – unberuerte alpine Berg- und Seenlandschaften. Leider war das Wetter ziemlich schlecht, es war arschkalt und regnerisch. Ausserdem bin ich auf dem Weg nach oben auf den Berg fast gestorben. 1500 Hoehenmeter am Tag mag sich nicht nach so viel anhoeren, aber mit 18 kg auf dem Ruecken ist es schon echt hart. Obwohl der etwas widrigen Umstaende war es aber sehr cool. Man kommt sich wie so’n alter Abenteurer vor.




Oben auf dem Gipfel haben wir uns dann die tollen Ausblicke vorgestellt, die man bei freiem Himmel so haette und sind in so ein Hoehlensystem geklettert. Man konnte ewig weit durch natuerlich Tunnel in den Berg rein. Aber nichts fuer Leute mit Platzangst, die Gaenge waren z.T. nur gross genug um durch zu robben. Auf dem Weg nach oben haben wir uns auch verlaufen, sehr gruselig.
Was gibts sonst noch? Halte mich die neue Veedel-Fighters Saison mit ein bisschen rumgekicke fit. Haben die Uni Meisterschaften sogar gewonnen und ratet mal wer Torschuetzen-Koenig geworden ist…?? Will mich ja nicht selber loben, aber ooohhh, yes, it’s me!! Thats my team, yeah!!!

Ach so ja, der Titel…geht auf die Amis zurueck. Die benutzen naemlich das Wort ‘Schnitzel’ als universellen Ausdruck fuer alles. Ein paar Beipiele:
“I was seriously drunk last night, I feel so schnitzel today.”
“Let’s schnitzel our way to town now.”
“Auf wiederschnitzel”...und noch viel mehr..
Aber die Amis sind sowiso so’n bisschen schreag drauf, wer laesst sich schon ein Schnurbart-Tatoo auf den Finger taaaetuuwieren???

Hab bei einem Kiwi-Kumpel einen Lonely Planet ueber Western Europe gefunden,...und selbst die Backpacker Bibel kann sich mal irren, haha!

Roadtrip: Mid Semester Break · 7. September 2006, 08:03 by
Halbzeit! Die Haelfte des Semesters ist auch schon vorbei, deshalb gabs erstmal eine Woche Pause. Haben uns Autos gemietet und einen Trip quer durch die Suedkueste gemacht, in dem sich Neuseeland von seiner schoensten Seite gezeigt hat.
Los gings in Christchurch, wo wir uns bei der Hostelleitung und anderen, schlafbeduerftigen Gaesten nicht gerade beliebt gemacht haben ;)

Da am naechsten Tag alle mehr oder weniger verkatert waren, stand nur relaxtes Christchurch anschauen auf dem Programm

Von rechts nach links: Diego, Amund, Hendrick uuuund ich
Dann gings los Richtung Westkueste. Die relativ grosse Distanz die zurueckgelegt werden wollte bedeutete viel Autofahren, was aber nicht schlimm war, da man staendig Zeit von Ausblicken wie diesen abgelenkt wurde.


Nach einem Tag Snowboarden (mein Handgelenk ist diesmal heile geblieben, dafuer ist aber nach 2 Stunden fahren meine Bindung gerissen…irgendjemand will mich daran hindern ;) war der Arthurs Pass National Park der naechste Halt. Hier sind wir ueber einen der vielen Berge gehiked, durch Schlammloecher, huefthohen Schnee und Fluesse – richtig NZ Style eben. Was wir nicht wussten war, dass wir den Track falschrum gelaufen und ihn am Ausgang begonnen haben. Erst als wir dann wieder unten am eigentlichen Eingang des Tracks waren haben wir deshalb die Warnung vor akuter Lawinengefahr gelesen…uuhps!
wie,..Kinnlade immer noch oben??? Um das mal was die Dramatik angeht in das richtige Licht zuruecken – wir dem Tod in tobenden Schneemassen nur messerscharf-knapp entronnen ;)


Der Franz Josef Glacier gilt als eine der groessten Attraktionen NZs, fand ihn aber nicht so beeindruckend, deshalb gibts von da auch nur ein Photo von Hendrick, unserem verruecktem Schweden, hier zu sehen wie er trotz eisigen Temperaturen eine spontane Dusche im ebenfalls a****kalten Wasserfall nimmt…und es sehr schnell bereut.

Letzter Halt war dann Queenstown, trotz Touristenhochburg ein ziemlich nettes Staedtchen und Welthauptstadt des Bungiejumpings…hatte schon gebucht, musste dann aber wegen zu viel Wind abgesagt werden..huuuh, nochmal Schwein gehabt! Ansonsten wurde hier nochmal zum Abschluss das Nachtleben getestet – und fuer gut befunden.
Unsere auf sieben geschrumpfte Truppe

und…irgendein Strand an der Westkueste

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Undie 500 - Riots on the Streets of Dunedin · 24. August 2006, 14:31 by
Ok, dass die Kiwis mal gerne ein bisschen wilder feiern hab ich ziemlich schnell mitgekriegt. Dass hier ausserdem zum gepflegten Betrinken ne brennende Couch auf der Strasse gehoert kann mich auch nicht mehr wirklich ueberraschen.
...Aber was hier letztes Wochenende abgegangen ist war einfach nur krass! Kurz gesagt: Die Stadt und besonders die Castle Street (ja genau, da wo ich wohne) war ein einziges Chaos aus Feuern, betrunkenen Studenten und Polizei…ein riesen Spass also ;)

Aber eins nach dem anderen:
Am Wochenende war hier das alljaehrige “Undie 500” und das funktioniert so: Die Studenten aus Christchurch kaufen sich ein Auto unter 500 Dollar, dekorieren das irgendwie (z.B.: komplett mit Holzlatten verkleiden und Pferdekopf draufsetzen – Trojanisches Auto…), machen sich auf den Weg nach Dunedin, muessen an jedem Pub unterwegs zum Bier tanken stoppen und wer zuerst hier ankommt hat gewonnen. Insgesamt sind hier dann ueber tausend Studis aus dem Norden eingefallen. Dazu kam, dass die All Blacks mal wieder Ozzie abgezogen hat, was allein schon Grund genug ist um den gemeinen Kiwi austicken zu lassen.

Die Castle Street ist hier so das Studenten-Zentrum von Dunedin, und war dann Samstag auch komplett vollgepackt mit Leuten, in jeder Flat waren Parties, alle paar Minuten wurde irgendwo ein neues Feuer angezuendet. Diesmal aber nicht eine Couch, sondern viele Couches, Tische, Stuehle…alles was brennbar aussah wurde aus den Flats getragen, bzw. vom Balkon geschmissen und aufeinandergestapelt..



Irgendwann ist dann die Situation komplett ausser Kontrolle geraten und die Polizei hat die Strasse komplett geraeumt. Jeder kann sich allerdings vorstellen, dass ein grosser, besoffener Studentenmob davon wenig begeistert ist…so flogen irgendwann Flaschen und davon war die Polizei wiederrum nicht so begeistert..am Ende kamen die groessten Ausschreitungen in Dunedin seit fast 20 Jahren dabei raus.
Und das alles direkt vor meiner Haustuer, haette es mir mit ner grossen Tuete Popcorn an meinem Fenster gemuetlich machen koennen..

Auch am naechsten Morgen gabs noch ein paar Nachwehen…
Nicht dass hier jetzt jemand einen falschen Eindruck von den Studenten hier kriegt, hab selten so ein nettes Voelkchen kennengelernt, aber, um mal mit den Worten des Police-Chefs zu sprechen: “They are not bad kids but once they get liquored-up they just become different people” ;)
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Drinking in the Name of Science · 13. August 2006, 19:32 by
Fuer die Uni arbeiten und gleichzeitig feiern gehen??? Das passt irgendwie nicht zusammen, schliesst sich kategorisch aus, das eine oder das andere.
Aber Nein, weit gefehlt!!! Hier ist es tatsaechlich moeglich beides zu kombinieren. Fuer ein Fach ist ein Gruppenprojekt ueber spezielles Konsumverhalten in speziellen – frei waehlbaren – Atmosphaeren faellig. Was liegt da naeher als eine Umgebung zu waehlen fuer die man sich ruhigen Gewissens als Experte bezeichen kann – der Pub.

Mein Team bei der Arbeit
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Studieren in NZ · 10. August 2006, 14:40 by
Muss an dieser Stelle mal ein bisschen Werbung fuer ein Semester in NZ machen. Ja, die Studiengebuehren sind astronomisch und ja, das ZIB ist auch ne Zumutung, aber es gibt auch noch andere Wege.

Der einfachste und beste und billigste ist wohl ueber Auslandsbefoeg. Die uebernehmen naemlich saemtliche Studiengebuehren und nen Zuschuss fuer den Flug gibts auch noch. Wollte das auch erst nicht glauben, aber habe hier Leute getroffen, die das so gemacht haben. Ich weiss natuerlich nicht, in welchen Faellen man berechtigt ist die Leistungen in Anspruch zu nehmen, aber generell ist Auslandsbefoeg leichter zu kriegen als Bafoeg in Deutschland.
Ausserdem gibts zwischen Deutschland und NZ ein Abkommen, so dass deutsche Studenten fuer den postgraduate Bereich (ist man nach dem 6. Semester) “nur” die domestic Gebueren zahlen muss. Das sind dann zwar immer noch knapp unter 1000 Euro, aber die international Gebuehren sind ca. 3500 Euro.
Dafuer erwartet einen hier dann ein tolles Land und gute Unis. Der krasseste Unterschied zu Koeln ist meiner Meinung nach, das die ganze Univerwaltung und das Lehrpersonal vielmehr versuchen einen zu unterstuetzen, anstatt einem das Leben schwer zu machen oder einfach gar nix zu machen.

Also Leute, ich kanns nur waermstens empfehlen. Die Erfahrung, ein Semester am anderen Ende der Welt zu leben und zu studieren kann man nicht beschreiben.
Mehr Fotos · 3. July 2006, 16:38 by

Und das bin ich auf dem Weg aus Napier zurueck nach Auckland

Ein Feuertaenzer in Napier

Nach einem Schneesturm lag ein Baum auf der Strasse und wir haben angehalten – der Typ hinter uns leider nicht

Der Tongariro National Park (einigen vielleicht auch besser unter dem Namen Mordor bekannt)

Das ist Neuseeland. Fuer alle die’s nicht erkannt haben. Bin in Auckland links oben gestartet und dann bis nach Dunedin rechts unten gereist und bin an den Orten mit den blauen Flecken vorbeigekommen

Am Flughafen in Sydney

Mein letzer Abend in Australien am besten aller Sonnenuntergang-Straende: Cable Beach in Broome
Harte Fakten · 16. June 2006, 17:23 by
“BEDBUGS” [cimex lectularius], auch liebevoll Bettwanzen genannt, sind die ekelhaftesten Lebewesen in ganz Australien und sowiso ueberhaupt. Schlimmer als alle Spinnen und Schlangen. Sie ernaehren sich vorzugsweise von frischem Backpackerblut und fuehlen sich in Matrazen von Hostels besonders wohl. Nachdem ich schon letztes Mal das Vergnuegen hatte, hats mich in Perth schonwieder erwischt. Bin eines Morgens aufgewacht und war ubersaeht mit wie wahnsinnig juckenden Stichen. Und damit nicht genug – wenn man nicht alle Sachen heiss waescht und einsprueht hat man eine paar neue travelmates und die Viecher reisen im Rucksack oder Kleidung mit…richtig, richtig eklig!!!
Das “GEWICHT MEINES RUCKSACKS” bei Abflug war 16.8 kg – jetzt sind es nur noch knappe 15 kg. Das liegt daran, dass ich fast ueberall wo ich war was liegen gelassen hab. Bis jetzt verschuett gegangen sind (in absteigender Riehenfolge noch persoenlicher Wertschaetzung): mein viel bewunderter, multifunktionaler ‘8 in 1’ Gewuerzspender (dammit!!!), meine Flip-Flops, meine extrem stylische Stirnlampe, mein Kamera-USB-Kabel, 2 Handtuecher (von 2 mitgenommenen), 1 T-Shirt, 2 Schloesser….
Als ernsthafter Traveller setzt man sich natuerlich auch mit der “KULTUR” der bereisten Laender und deren Einwohner auseinander. Dabei haengen geblieben ist bis jetzt:
Shithead – ein hoch abhaengig machendes Kartenspiel, das wirklich alle Englaender spielen (weil es das einzige ist was sie beherschen) und sich super fuer verregnete Nachmittage eignet (empfehlenswert).
Baked Beans mit Toast zum Fruehstueck – sehr billiger Start in den Tag. Das ist aber auch schon der einzige Vorteil (abzuraten).
Cartoons – neben den omnipraesenten Simpsons gibts hier Family Guy und American Dad, der Hammer, selten so gelacht (hoechst empfehlenswert!!!)
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