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Go West! · 10. January 2008, 11:14 by johannes in

Eigentlich dachte ich schon, dass die Zeit In Halifax schnell vergangen wäre aber mit dem Rucksack auf dem Rücken und von Stadt zu Stadt tingelnd fliegt die Zeit geradezu vorbei. Aber von vorne. Vor zehn Tagen hab ich mich von Halifax gen Vancouver verabschiedet. Die letzten Tage in Halifax waren – mal abgesehen von Weihnachten – hauptsächlich mit Reiseplanung und Verabschiedung von den letzten verbliebenen Deutschen gefüllt. Samstag früh dann um 3 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig um 5 Uhr am Flughafen zu sein, was ein Spaß. Dafür hat mich der Shuttlebus direkt nochmal an allen wichtigen und interessanten Orten in Halifax vorbeigefahren, mit denen ich Erinnnerungen der letzten vier Monaten verbinde, schöner Abschied.

Ankunft Vancouver, man könnte meinen, dass der Flieger irgendwo falsch abgebogen ist und mich direkt in Asien abgesetzt hat, 80 % Asiaten am Flughafen und im Shuttlebus. Vancouver selbst ist eine ziemlich umtriebige Stadt, gerade in Downtown ist immer Leben auf der Straße. Unser Hostel lag auf einer der belebtesten Straßen, umgeben von Kneipen und Clubs. Mein Reisebegleiter Marc musste einen kleinen Umweg über Seattle nehmen, so dass ich den ersten Tag noch mehr oder weniger allein unterwegs war. Bin zusammen mit einer Australierin zur Simon Fraser University gefahren. Das Besondere an der Uni ist, dass sie ca 25 Kilometer außerhalb auf einem Berg liegt. Von dort hat man einen sensationellen Blick auf Downtown Vancouver, auf die schneebedeckten Berge die im Norden von Vancouver in den Himmel wachsen. und auf das Hinterland. Generell ist die Lage von Vancouver ziemlich beeindruckend. An fast allen Seiten umgeben von Wasser und quasi direkt nebenan schneebedeckte Berge. Zweiter Tag dann mit Marc in den Stanley Park – Vancouvers grüne Lunge direkt neben Downtown und genauso groß – und ins Vancouver Aquarium.

Downtown Vancouver

Waterfront Vancouver at Night

Abends Silvester, da hier alle Clubs zum Jahreswechsel absolute Schweinepreise verlangen um überhaupt reinzukommen, haben wir uns im Hostel mit einer ganzen Horde Australiern zusammengetan. Kurz vor zwölf dann raus auf die Straße. Bei einem asiatischen Bevölkerungsanteil von über 25 % hätte ich eigentlich erwartet, dass die mit dem Feuerwerk die halbe Stadt in die Luft jagen, aber Pustekuchen. Eine beschissene Rakete haben wir gesichtet. Anscheinend warten die mit dem Feuerwerk bis der chinesische Kalender das neue Jahr einleitet. Nächster Tag noch leicht verkatert Richtung University of British Columbia. Riesengroßes Areal, traumhaft gelegen – 5 Minuten bis zum Pazifik – aber von den Gebäuden auch nicht viel spannender als die Uni Köln. Also 200 Stufen runter Richtung Wreck Beach. Im Sommer wohl einer der Treffpunkte zum alternativen Feiern. Nur doof wenn man dann das andere rechts nimmt und deswegen zwei Stunden einen Adventuretrail entlang wandert / klettert / rutscht. Nachdem wir zwei Sackgassen erkundet hatten und fluchend unseren Weg durch die Wildnis bahnten war dann auf einmal der Weg weg, einfach weg. Deswegen Querbeet durchs Gestrüpp und irgendwie doch noch einen anderen Weg zurück zur Straße gefunden. Oben an der Straße dann folgendes Schild:

Adventure Trail to Wreck Beach

Adventure Trail to Wreck Beach

Wär vielleicht sinnvoll, das auch auf der anderen Seite des Trails aufzustellen. Meine Schuhe kann ich wahrscheinlich dem nächsten Obdachlosen vermachen, die hier in Vancouver alle 10 Meter nach Wechselgeld oder Zigaretten fragen. Generell gibts ein paar Gegenden hier, die ziemlich verrufen sind und die man besser nicht betreten sollte. Gut wenn man vorher weiß wo diese Ecken sind, blöd wenn man trotzdem nachts auf einmal mitten in dem Viertel steht, weil man noch unbedingt Chinatown bei Nacht sehen wollte. Aber nix passiert. Am Abschlusstag nochmal Downtown erkundet und nachmittags mit dem Bus nach Victoria, Vancouver Island.

Victoria ist bislang die schönste Stadt die ich hier in Nordamerika gesehen habe, zumindest was den Baustil angeht. Viele alte schöne Häuser, kleine Straßen, Da wir nur zwei Tage hatten, sind wir praktisch von morgens bis abends / nachts auf den Beinen gewesen. Dank Lanzeitbelichtung sind ein paar nette Bilder entstanden.

Downtown Victoria at Night

Downtown Victoria at Night

Downtown Victoria at Night

Außerdem noch im British Columbia Royal Museum gewesen, bisschen Kultur schadet ja auch nicht unbedingt.

Nächster Stopp Nanaimo, ebenfalls Vancouver Island. Allein die Zugfahrt dorthin war schon recht nett. Zug fährt hier maximal 80 km/h, so dass man die Landschaft genießen kann, die draußen an einem vorbeizieht. In Nainamo, den ersten halben Tag erstmal die Füße hochgelegt, Wäsche gewaschen, Emails geschrieben und den Tischkicker belagert. Zweiter Tag für unverschämt viel Geld ein Auto gemietet und raus aus der Stadt. Dank Tipps eines Hostelmitbewohners ein, zwei abgelegenere Ecken entdeckt.

Pipers Lagoon Park

IMG_2076

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Anschließend noch 100 km direkt an der Küste entlang gefahren, sehr schön, aber ohne Wasser von oben wahrscheinlich noch schöner. Kurzer Abstecher Richtung Mount Washington (> 2700m). Doch knapp zwei Meter Schnee neben der Straße und freundliche Hinweisschilder, dass Schneeketten Pflicht sind, haben uns und unseren Mietwagen mit All-Season Reifen zum Umdrehen gezwungen, aber wenigstens nochmal Schnee gesehen. Heute dann Nanaimo selbst abgelaufen. Absolutes Rentnerparadies, zumindest zu dieser Jahreszeit, aber auch wieder schöne Lage, Ozean vor einem und schneebedeckte Berge im Rücken. Abends dann zurück nach Vancouver zum Flughafen. Unser Flug nach San Francisco geht um 7:25. Würde sich also nicht wirklich lohnen eine Nacht im Hostel zu verbringen, deswegen sitzen wir hier seit 6 Stunden, vertreiben uns die Zeit mit Filme schauen, Emails schreiben, Fotos tauschen usw. Mittlerweile ist 5 Uhr, noch 2 1/2 Stunden bis Kalifornien, Vorfreude pur, trotz Unwetter oder was da gerade sonst genau vor sich geht…

Comments:

  1. Mittlerweile sind wir schon seit zwei Tagen in San Francisco, hatte allerdings bislang keinen Internetzugang, deswegen konnte ich den Beitrag erst jetzt hochgeladen, aber was solls…

    Viele Grüße aus dem leider nicht ganz so sonnigen Kalifornien.

    Johannes   1488 days ago   #

  2. Wer da nicht neidisch wird!

    Dafür kann ich den Ausblick auf unseren neu erworbenen Drucker im FS_Raum genießen. HP P2015

    — Julian Pritsch   1487 days ago   #

  3. toller bericht und schöne fotos, vor allem die im dunkeln gefallen mir sehr gut =)
    bin richtig neidisch, du siehst ja wirklich einiges. dafür scheint bei mir sogar die sonne heute. naja, heute morgen hat sie für eine kurze zeit… ;)

    — flo   1487 days ago   #

  4. It’s good to see you here blog. your photos always compliment the writing so well. you inspire me a lot.

    custom essay papers writing service   494 days ago   #

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