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Thanksgiving Weekend · 10. October 2007, 13:04 by johannes in

So, wie bereits angekündigt hier nun ein etwas ausführlicherer Bericht der letzten Tage.

4. Otkober
Letzten Donnerstag hab ich ja den ersten Schritt von Mitte zwanzig in Richtung dreißig gewagt, allerdings bislang noch keine Spuren von Midlifecrisis (Manu, wann kommt das ungefähr, wann muss ich damit rechnen?). Am Geburtstag selbst stand erstmal noch die erste Klausur des Semesters auf dem Programm. Mit dem Niveau haben es die Nordamerikaner ja bekanntlich nicht so, dementsprechend konnte man die Fragen mehr oder weniger allein dadurch beantworten, wenn man vorher wenigstens ab und an zugehört hatte, wenn der Dozent am erzählen war. Erstes Geburtstagsgeschenk gabs dann von der Autovermietung. Leider war unser reserviertes Auto schon vergeben, so dass es zum gleichen Preis ein deutlich größeres Automobil für uns gab. Nach der Uni schnell Leute und Gepäck im Auto verstaut, kurz Vorräte für drei Tage eingekauft und dann raus aus Halifax ab in den Süden von Nova Scotia. In der Nähe von Shelburne hatten wir uns für die ersten beiden Tage eine “Hütte” gemietet. Die Bilder im Internet sahen ja schon vielversprechend aus, aber in der Realität wars nochmal um Längen besser. Große Veranda mit Blick auf die Bucht, eigene Feuerstelle, großer Grill, hot tub (leider aus Zeitgründen nicht ausprobiert) und Bootsanleger mit Kanu und Tretboot (ebenfalls unbenutzt zurückgelassen). Am Abend dann noch gemütlich gegrillt und mit ein, zwei Bierchen für das Geburtstagskind den Tag ausklingen lassen. Sehr schöner und außergewöhnlicher Geburtstag.

5. Oktober
Von Shelburne nach Yarmouth und zurück. Mit dem Auto einfach die so genannte Lighthouse Route entlang, angehalten wo immer es schön aussah. Hier beginnt gerade der Indian Summer, ein ziemlich imposantes Farbenspiel der Laubbäume, rot neben grün neben gelb. Einfach schön anzusehen. Im Prinzip haben wir nicht viel gemacht außer fahren, anhalten, Landschaft genießen, freuen der Großstadt entkommen zu sein und natürlich fleißig Bildchen knipsen. Während der Fahrt einen Strand entdeckt, den ich eher in der Karibik erwartet hätte. So weit das Auge reicht nur Sand, Wasser und keine Menschenseele. Yarmouth selbst hat außer einer Fähre nach Boston nicht allzu viel zu bieten. Aber gut, es kann nicht alles wie im Bilderbuch aussehen. Immerhin gabs mehr oder weniger schöne Postkarten zu kaufen und für die Olympus einen neuen Film. Ihr seht die Stadt war richtig spannend. Abends dann Lagerfeuer, Bierchen und Marshmallows.

6. Oktober
Shelburne nach Deep Brook über Kejimkujik Nationalpark. Allein die Fahrt zum Nationalpark war ein Erlebnis. Wieder viele bunte Bäume, kleine Dörfer und abwechslungsreiche Landschaft. Im Nationalpark hätten wir uns mit Sicherheit noch mehrere Tage beschäftigen können (Kanu paddeln, Fahrrad fahren, Wilderness trail erkunden…). Leider hatten wir nur einen Tag Zeit, deswegen haben wir uns auf zwei relativ kurze Trails, faul am See rumliegen und Steine flippern beschränkt. Der Wald riecht hier abwechselnd nach Waldmeister und Erdbeeren… Von den angekündigten Tieren gabs leider nur Eichhörnchen und Spechte zu sehen. Bär, Luchs, Biber und Co hatten sich vor uns versteckt. Nach 7 Stunden Natur gings dann Richtung zweiter Unterkunft. Diesmal an der anderen Küste von Nova Scotia (mehr oder weniger im Norden). Nicht ganz so luxuriös wie die erste, aber für lediglich einmal kochen und schlafen mehr als ausreichend.

7. Oktober
Deep Brook über Brier Island nach Halifax. Brier Island liegt ganz im Norden der Halbinsel Nova Scotia und ist nur mit zwei kurzen Fährfahrten zu erreichen. Die Insel ist dafür bekannt, dass in der Bucht jedes Jahr zwischen Juni und Oktober verschiedene Walarten zu beobachten sind. Als Europäer muss man sich sowas ja mal anschauen, wenn man schon die Möglichkeit dazu hat. Macht auch mit Sicherheit bei ruhiger See eine Menge Spaß. Wenn der Veranstalter aber schon zur Begrüßung erwähnt, dass es hart und sehr nass werden wird, dann sollte man vielleicht doch nochmal drüber nachdenken, ob man wirklich in die Nussschale von Boot klettern soll. Später meinte er noch, dass sie überlegt hatten, die Fahrten abzusagen, da der Wellengang doch bisschen stärker sein könnte. War er dann auch. Die erste halbe Stunde wars noch eine lustige Achterbahnfahrt, dann wurden die Wellen noch ein bisschen höher und die meisten haben nur noch krampfhaft versucht irgendeinen Punkt am Horizont zu fixieren, damit einem nicht so auffällt, wie sehr das Boot durch die Wellen tanzt. So wirklich geglückt ist mir und den anderen Passagieren das nicht, aber immerhin hab ich es geschafft mein Frühstück bei mir zu behalten. Ach und Wale gabs auch zu sehen. Sehr groß...sehr schön. Trotzallem war es angenehm wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Anschließend Aufbruch in Richtung Halifax mit kurzem Abstecher in das Fischerdorf Digby.

Fazit: 1200 Kilometer gefahren, 500 Bilder geschossen (alle vier zusammen), viel gelacht und einfach vier schöne Tage gehabt, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Die Weggefährten: Marie, Phiedi und Marc

Mädels

Marc Stein

On the road

Road

Karibik (jaja, die Nadelbäume im Hintergund passen nicht ganz)

Strand in der Nähe von Shelburne

Strand in der Nähe von Shelburne

Indian Summer

Indian Summer

Indian Summer

Auf Sand gelaufen

Ebbe

Die restlichen Bilder gibts wie immer nebenan…

Comments:

  1. Kannst du den Indian Summer vielleicht in ein Packet packen und hierher schicken…?

    hanna   1579 days ago   #

  2. wer hat denn da die bäume so angemalt?

    — martin   1579 days ago   #

  3. ich weiß zwer nicht wer es war, aber er hat sich ziemlich viel mühe gegeben und viel zu tun gehabt…

    — Johannes   1579 days ago   #

  4. nice chicks!;o)

    sehen die da echt so aus?Die bäume?
    wo is denn der goldene oktober hier?

    Hanna, ich will auch was von dem Paket!

    und midlife crisis???wieso fragst du da ausgerechnet mich? ich bin doch erst 22 !!

    — MANU   1577 days ago   #

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